Kinderheim „Stern der Hoffnung“

Im Sommer 1990 fuhr Sybille Hüttemann, aufgerüttelt durch Berichte in den Medien, mit einem Hilfsgütertransport nach Rumänien. Schnell wurde ihr klar, dass Lebensmittel, Kleidung und Medikamente zwar eine große Hilfe für die notleidende Bevölkerung darstellten, aber nicht dazu beitragen konnte, die Situation nachhaltig zu ändern.
Sybille Hüttemann war zu diesem Zeitpunkt noch als Krankenschwester in Bethel beschäftigt. Ihr Entschluss, in Rumänien vor Ort etwas bewegen zu wollen, stand nun aber fest. Begleitet wurde sie Anfang 1991 durch ihre Schwester.
Vor Ort galt ihre größte Sorge den heimatlosen Kindern, deren „Wohnort“ der Bukarester Bahnhof oder die Straße war. Diese Kinder hatten ohne Hilfe keine Chance, jemals ein menschenwürdiges Dasein zu führen.
Die Aufgabe der Schwestern stand fest: Sie würden kurzfristig möglichst viele der Kinder von der Straße holen. Mittelfristig wollten sie außerdem versuchen, ihnen eine Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen und langfristig sogar erreichen, dass sie ein eigenverantwortliches Leben führen können.

1992 konnten die beiden Schwestern mit staatlicher Genehmigung eine Kinderetage in Alba Iulia, 370 km entfernt von Bukarest, eröffnen. Es wurden und werden auch immer wieder „Notfälle“ aufgenommen. Außerdem unterstützten sie bedürftige Familien.

Im September 2001 konnte schließlich, mit Hilfe von Spendengeldern aus Deutschland, ein eigenes Kinderheim „Stern der Hoffnung“ erbaut werden. Dieses gab 62 Kinder eine Heimat. Zudem besuchte nun jedes der 62 Kinder einen Kindergarten, eine Schule oder sogar eine Universität. Fünf der Kinder lebten nun bereits selbstständig in Wohngemeinschaften und wurden nur noch teilweise unterstützt.

Mit der Zeit initiierte Sybille Hüttemann darüber hinaus die Eröffnung eines kleinen Secondhand Shops, in dem die aus Deutschland gespendeten Sachspenden, sofern diese nicht von den Kindern selbst benötigt wurden, verkauft werden konnten. Auf diese Weise konnten also zusätzliche Gelder gesammelt werden, um die laufenden Kosten des Kinderheims zu finanzieren.

Auch setzt sich Sybille Hüttemann außerhalb des Kinderheims für eine Notversorgung bedürftiger Familien ein – immer vorausgesetzt, dass genügend Sachspenden und Lebensmittel für die Kinder vorhanden sind.
Vor Ort wurde die „Societatea de caritate Iulia“ gegründet, um legal arbeiten zu können.

In Deutschland pflegt unser Verein nun seit 20 Jahren einen engen Kontakt zu Frau Hüttemann. Mittlerweile finden regelmäßige, virtuelle Treffen mit Sybille statt, um die Versorgung des Kinderheims auch in Zeiten der Pandemie sicherstellen zu können und neue Projekte zur Bekämpfung der Armut in Rumänien planen zu können.

Nach wie vor ist Sybille Hüttemann in Rumänien auf jede Unterstützung angewiesen. Ihre Hilfe kommt den Kindern direkt zugute und trägt dazu bei, dass wir die Arbeit mit den Kindern fortgeführt werden kann – danke!