Interview mit Vereinsgründerin Karin Wesp

Vereinsgründerin Karin Wesp im Kinderheim in Alba Iulia

Zur Vereinsgeschichte hat Tobias Wilmeroth im Frühjahr 2021 ein Interview mit Karin Wesp der Gründerin des Vereins Herzensmenschen Rumänien e.V. (damals Rumänienhilfe Da.-Arheilgen e.V.) geführt.

T: Wie und wann sind Sie zu dem Verein gekommen?

Frau Wesp: 1994 feierte ein Bekannter von mir seinen 50. Geburtstag und bat statt irgendwelcher Geschenke um Geld für ein Kinderheim in Rumänien, auf das er durch einen Fernsehbeitrag aufmerksam geworden war.

Sofort nahm ich Kontakt mit Marianne Hüttemann in Langenberg auf, erfuhr von den Transporten der Sachspenden und beschloss, hier in Darmstadt und Umgebung Sammlungen zu organisieren.

Dann kaufte ich mir einen Kleinbus, um die Spenden nach Langenberg (ca. alle drei Wochen) zu bringen.

Vor etwa 10 Jahren wurde unsere Garage zum Lager und die Spenden wurden von LKWs (12-15 Mal im Jahr) hier abgeholt.

1995 unternahm ich die erste Privatfahrt nach Alba Julia, um Sybille, das Team, die Arbeit und die Kinder kennenzulernen. Es folgten bis 2015 jährliche Besuche im Kinderheim.

T: Seit wann und weshalb gibt es den Verein?

Frau Wesp: 2001 wurde ich gebeten, einen Verein zu gründen, um auch die finanzielle Seite zu organisieren.

Da ohne Geldspenden das Heim nicht weiter hätte bestehen können und das Schicksal der Kinder wieder ohne Zukunftsperspektiven gewesen wäre, war es für mich klar, die Arbeit zu unterstützen. 2002 wurde mit Hilfe von Familie und Freunden die Rumänienhilfe Da.-Arheilgen ins Leben gerufen.

T: Wie hat Ihre Arbeit den Verein verändert und entwickelt?

Frau Wesp: Durch viele Vorträge in Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, Berichte in Zeitungen, Bilderabende, Gespräche mit Freunden und Briefe an Geschäfte und Firmen wurde der Verein zu einer bekannten Institution in Arheilgen und Umgebung.

T: Was waren Meilensteine oder Highlights des Vereins?

Frau Wesp: Abgesehen von meinen Besuchen in Alba Julia gibt es viele erinnerungswürdige Momente. Da sind die Telefonate und Kontakte mit Spendern, oft sehr persönlicher Art, die Begeisterung der Kinder in Kitas und Schulen, anderen „armen“ Kindern helfen zu können und die immer wieder überraschende Unterstützung durch Bekannte und auch Fremde, von denen ich es nicht erwartet hätte. Nicht zu vergessen, die Arbeit und Unterhaltungen mit den LKW-Fahrern beim Beladen der Lastwägen.

Alles eine über viele Jahre sehr erfreuliche und befriedigende Arbeit, natürlich ab und zu auch anstrengend und ein bisschen nervig, aber der Gedanke, dass einige Kinder behütet aufwachsen dürfen, war Entschädigung genug.

T: Was sind Leitbilder und Motivationen des Vereins?

Frau Wesp: Ein spezielles Leitbild gab es nicht, nur: „Zu sehen, wie traurige Kinder zu fröhlichen Kindern und Jugendlichen heranwachsen, war immer Freude und Motivation genug.

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